Ein Charterflug ist ein Bedarfsflug, bei dem ein Reiseveranstalter eine Airline ganz oder teilweise für eine bestimmte Route und einen bestimmten Zeitraum mietet – außerhalb des regulären Linienflugbetriebs und ohne festen Flugplan.
Wie funktioniert das Chartermodell?
Reiseveranstalter wie TUI oder Alltours mieten bei spezialisierten Charterairlines (früher Condor, TUIfly, heute zunehmend hybride Modelle) Flugzeugkapazitäten für eine gesamte Saison. Der Veranstalter füllt diese Plätze mit Pauschalreisenden. Weil die Maschine für einen festen Zeitraum reserviert ist, muss der Flieger auch bei schlechter Buchungslage fliegen – und kehrt in der Regel wenige Stunden nach Ankunft wieder zum Abflugort zurück. Dieses Muster erklärt, warum typische Charterflüge zu Urlaubszielen wie Mallorca, Antalya oder Hurghada oft ungewöhnliche Abflugzeiten haben: Die Airlines versuchen, die Maschine möglichst effizient zu nutzen.
Unterschiede zum Linienflug
Linienflüge werden nach festem Flugplan und für alle Passagiere einzeln verkauft – sie sind deutlich flexibler buchbar, umbuchbar und stornierbar. Charterflüge sind eng an Pauschalreisebuchungen gebunden, selten einzeln buchbar und bieten kaum Flexibilität bei Umbuchung oder Stornierung. Dafür sind sie im Paket oft günstiger, fliegen direkt in Ferienregionen (manchmal ohne Umstieg) und sind in der Regel für den Urlaubseinsatz konzipiert. Der Sitzkomfort und Service an Bord ist bei Charterflügen häufig etwas reduzierter als bei Vollserviceairlines, aber meist vergleichbar mit Low-Cost-Carriern.
Rechte bei Charterflügen
Auch für Charterflüge gilt die EU-Fluggastrechteverordnung (EU 261/2004), sofern der Abflug in der EU stattfindet oder eine EU-Airline beteiligt ist. Bei Annullierung oder Verspätung über drei Stunden bestehen Ausgleichsansprüche von 250 bis 600 Euro – je nach Streckenlänge. Da der Charterflug meist Teil einer Pauschalreise ist, haftet außerdem der Reiseveranstalter für etwaige Ersatzlösungen oder Entschädigungen.
💡 Tipp: Abflugzeiten im Blick behalten
Charterflüge haben häufig sehr frühe oder sehr späte Abflugzeiten – 4 Uhr morgens ist keine Seltenheit. Beim Buchen einer Pauschalreise immer die genauen Flugzeiten prüfen, bevor man unterschreibt. Spätabendliche Rückflüge bedeuten: letzter Urlaubstag de facto verloren, Ankunft zuhause oft mitten in der Nacht.