Der Harz erstreckt sich über die Bundesländer Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen und ist mit dem Brocken (1.141 m) das höchste Mittelgebirge Norddeutschlands. Hexensagen, historische Bergbauorte, dampfende Schmalspurbahnen und ein wachsender Nationalpark machen den Harz zu einem einzigartigen Reiseziel.
Der Brocken – Nordgipfel mit Mythos
Der Brocken ist das unbestrittene Herzstück des Harz. Goethe ließ seinen Faust hier Walpurgisnacht feiern, Hexensagen ranken sich um den kahlen Gipfel – und tatsächlich ist der Brocken so oft in Wolken gehüllt, dass er eine mystische Aura hat. An den wenigen klaren Tagen reicht der Blick bis zur Nordseeküste.
Erreichbar ist der Brocken bequem per Harzer Schmalspurbahn – die historische Dampflokomotive zuckelt von Wernigerode oder Nordhausen hinauf zum Gipfel. Die Fahrt selbst ist bereits ein Erlebnis. Wer lieber wandert, wählt einen der zahlreichen Brockenpfade – die kürzeste Route ab Schierke beträgt etwa 8 Kilometer (einfach).
Wernigerode – das „bunte Städtchen"
Wernigerode ist die beliebteste Harzstadt und ein Musterbeispiel mittelalterlicher Stadtbaukunst. Das malerische Rathaus, die engen Fachwerkgassen und das mächtige Schloss Wernigerode hoch über der Stadt locken jedes Jahr Hunderttausende Besucher. Die Stadt ist ein idealer Ausgangspunkt für Brocken-Wanderungen und Schmalspurzug-Fahrten.
Quedlinburg im Harzvorland ist UNESCO-Weltkulturerbe und beeindruckt mit über 1.300 Fachwerkhäusern aus acht Jahrhunderten sowie dem romanischen Stiftsdom auf dem Schlossberg. Die mittelalterliche Altstadt gehört zu den am besten erhaltenen in Deutschland.
💡 Tipp: Walpurgisnacht im Harz
Am 30. April feiern Brocken und Harzstädte wie Wernigerode, Thale und Quedlinburg die Walpurgisnacht – ein riesiges Hexen- und Frühlingsfest mit Kostümen, Musik und Lagerfeuern. Bis zu 50.000 Besucher kommen jährlich in den Harz. Hotels sind dann früh ausgebucht – unbedingt rechtzeitig buchen!
Nationalpark Harz
Der Nationalpark Harz umfasst die wildsten Teile des Gebirges und lässt die Natur sich selbst überlassen. Totholz bleibt liegen, Wölfe und Luchse leben hier wieder, Urwälder entstehen langsam neu. Der Nationalpark ist ein faszinierendes Naturerlebnis – auch wenn der Borkenkäferbefall der letzten Jahre große Flächen verändert hat und neue, offene Landschaften entstanden sind.
Wandern im Nationalpark bedeutet, auf ausgewiesenen Wegen zu bleiben – Abseitstouren sind verboten. Belohnt wird man mit ungestörter Wildnis, Bachläufen wie der Bode im Bodetal und dem Ausblick auf unberührte Bergwälder.
Aktivitäten im Harz
Wandern ist die Hauptaktivität im Harz. Der Harzer Hexenstieg (95 km) und der Kaiserweg sind die beliebtesten Fernwanderwege. Mountainbiker finden im Harz ein ausgezeichnetes Streckennetz mit Trails aller Schwierigkeitsgrade. Im Winter bieten der Brocken, Schierke und Braunlage bescheidene, aber familienfreundliche Wintersportmöglichkeiten.
Besonders für Familien lohnend: der Baumwipfelpfad Bad Harzburg mit seinem Rundweg hoch über den Baumkronen, das Bergwerk Rammelsberg in Goslar (UNESCO-Welterbe) und der Wildpark Christianental in Wernigerode mit heimischen Tieren.
Goslar – Kaiserstadt und Welterbe
Goslar am nordwestlichen Harzrand ist eine der schönsten mittelalterlichen Städte Deutschlands. Die Kaiserfalz, der romanische Kaisersitz aus dem 11. Jahrhundert, das historische Rathaus und über 1.500 Fachwerkhäuser prägen das Stadtbild. Das Bergwerk Rammelsberg, über 1.000 Jahre in Betrieb, ist gemeinsam mit der Altstadt UNESCO-Welterbe.