Im Ausland krank zu werden ist eine der häufigsten und teuersten Reisepannen – denn die deutsche gesetzliche Krankenversicherung (GKV) leistet im Ausland nur eingeschränkt, und ein Rücktransport kann schnell zehntausende Euro kosten.
Was leistet die gesetzliche Krankenversicherung im Ausland?
Innerhalb der EU und der Länder, mit denen Deutschland Sozialversicherungsabkommen hat (Schweiz, Türkei, Tunesien und weitere), leistet die GKV nach dem Standard des jeweiligen Landes – nicht nach deutschem Standard. Das bedeutet: beim Vertragsarzt des Ziellandes werden Behandlungen erstattet, aber nur in dem Umfang, den das Gesundheitssystem des Landes für seine eigenen Bürger vorsieht. In Ländern ohne Abkommen (USA, Kanada, Australien, die meisten Fernreiseziele) leistet die GKV gar nicht – alle Kosten müssen selbst getragen werden.
Die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC)
Die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC, früher E111) ist auf der Rückseite der deutschen Gesundheitskarte aufgedruckt und gilt in allen EU-Ländern sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz. Sie berechtigt zur Behandlung bei staatlichen Ärzten und Krankenhäusern zu denselben Konditionen wie Einheimische. Sie ersetzt keine Auslandskrankenversicherung, da Rücktransporte, privatärztliche Behandlungen und Eigenanteile nicht abgedeckt sind.
Warum eine Auslandskrankenversicherung sinnvoll ist
Eine private Auslandskrankenversicherung (AKV) kostet für Einzelreisende oft nur 10–15 Euro pro Jahr, für Familien 25–40 Euro. Sie übernimmt: privatärztliche Behandlungen weltweit, medizinisch notwendige Rücktransporte (oft der teuerste Posten – ein Rücktransport aus den USA kann über 50.000 Euro kosten), Suche und Bergung in unwegsamem Gelände, Krankenhausaufenthalte ohne Eigenbeteiligung. Bei Fernreisen, Sportaktivitäten oder Reisen in Länder mit schlechter medizinischer Versorgung ist eine AKV keine Option, sondern Pflicht.
💡 Tipp: Jahrespolice statt Einzelreise
Wer öfter als einmal pro Jahr verreist, fährt mit einer Jahres-Auslandskrankenversicherung günstiger – oft für 15–50 Euro im Jahr, je nach Anbieter und Familienumfang. ADAC, HanseMerkur, Allianz und andere Anbieter bieten gut bewertete Jahrespolicen. Auf Deckungssumme (mindestens 10 Mio. Euro), weltweite Gültigkeit und Rücktransportkosten achten.